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Corona Predigt 2020

Predigt zum Sonntag Judica am 29.03.2020 von Pfarrer T. Hopf

Texte: Markus 5,21-43 und Buch der Weisheit Salomos 1,13-14a

Die Heilung einer blutflüssigen Frau und die Auferweckung der Tochter des Jaïrus

Und als Jesus im Boot wieder ans andre Ufer gefahren war, versammelte sich eine große Menge bei ihm, und er war am Meer.

Da kam einer von den Vorstehern der Synagoge, mit Namen Jaïrus. Und als er Jesus sah, fiel er ihm zu Füßen und bat ihn sehr und sprach: Meine Tochter liegt in den letzten Zügen; komm und lege ihr die Hände auf, dass sie gesund werde und lebe. Und er ging hin mit ihm. Und es folgte ihm eine große Menge, und sie umdrängten ihn. 

Und da war eine Frau, die hatte den Blutfluss seit zwölf Jahren und hatte viel erlitten von vielen Ärzten und all ihr Gut dafür aufgewandt; und es hatte ihr nichts geholfen, sondern es war nur schlimmer geworden. Da sie von Jesus gehört hatte, kam sie in der Menge von hinten heran und berührte sein Gewand. Denn sie sagte sich: Wenn ich nur seine Kleider berühre, so werde ich gesund. Und sogleich versiegte die Quelle ihres Blutes, und sie spürte es am Leibe, dass sie von ihrer Plage geheilt war.

Und Jesus spürte sogleich an sich selbst, dass eine Kraft von ihm ausgegangen war, wandte sich um in der Menge und sprach: Wer hat meine Kleider berührt? Und seine Jünger sprachen zu ihm: Du siehst, dass dich die Menge umdrängt, und sprichst: Wer hat mich berührt?

Und er sah sich um nach der, die das getan hatte. Die Frau aber fürchtete sich und zitterte, denn sie wusste, was an ihr geschehen war; sie kam und fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit. Er aber sprach zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dich gesund gemacht; geh hin in Frieden und sei gesund von deiner Plage!

Als er noch redete, kamen Leute vom Vorsteher der Synagoge und sprachen: Deine Tochter ist gestorben; was bemühst du weiter den Meister? Jesus aber hörte nicht auf das, was da gesagt wurde, und sprach zu dem Vorsteher: Fürchte dich nicht, glaube nur!

Und er ließ niemanden mit sich gehen als Petrus und Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus. Und sie kamen in das Haus des Vorstehers, und er sah das Getümmel und wie sehr sie weinten und heulten. Und er ging hinein und sprach zu ihnen: Was lärmt und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, sondern es schläft.

Und sie verlachten ihn. Er aber trieb sie alle hinaus und nahm mit sich den Vater des Kindes und die Mutter und die bei ihm waren, und ging hinein, wo das Kind lag, und ergriff das Kind bei der Hand und sprach zu ihm: Talitha kumi! – das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf!

Und sogleich stand das Mädchen auf und ging umher; es war aber zwölf Jahre alt. Und sie entsetzten sich sogleich über die Maßen. Und er gebot ihnen streng, dass es niemand wissen sollte, und sagte, sie sollten ihr zu essen geben. Mk 5,21-43

Liebe Schwestern und Brüder. Hören wir nun auf ein zweites Wort aus der Heiligen Schrift:

Gott hat den Tod nicht gemacht und hat keine Freude am Untergang der Lebenden. Zum Dasein hat er alles geschaffen. Weish 1,13-14a

Liebe Schwestern und Brüder. Die gegenwärtigen Nachrichten sprechen eine andere Sprache als unser Wort aus dem Buch der Weisheit.

Das Coronavirus hat die Welt weiterhin im Griff. In vielen Ländern steht das soziale Leben still, Geschäfte haben geschlossen, es gibt Ausgangssperren und Kontaktverbote. Weltweit gibt es (Stand 28.03.2020 / 13.00 Uhr) mehr als 612.000 Infizierte, über 28.000 Menschen sind an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. In Deutschland liegt die aktuelle Fallzahl jetzt bei 51.295 infizierten Menschen.

Gott hat keine Freude am Untergang der Lebenden – das gilt aber trotzdem. Es gilt gerade jetzt in der Zeit der Corona-Krise. Wir Christenmenschen haben immer betont, dass unser Gott ein Gott des Lebens ist. Ein Helfer und Retter. Ein Beistand und Tröster. Das bleibt und das behält Gültigkeit auch und gerade in diesen Tagen!

Kommen Sie jetzt bitte einmal mit mir an das Nordufer des See Genezareth. Besuchen wir gemeinsam Jesus und begleiten wir ihn ein wenig (Mk 5,21-43). Er heilt Kranke, holt sogar ein gerade gestorbenes Kind ins Leben zurück: Gott hat keine Freude am Untergang der Lebenden – in Jesus wird das erfahrbar.

Da ist diese Frau. Alle Ärzte Galiläas und all ihr Geld haben der Frau nicht helfen können, aber sie hat die Hoffnung auf Heilung nicht aufgegeben. Wenn sie auch nur das Gewand Jesu berühren möchte, dann ist das kein Aberglaube an einen Fetisch, sondern das Vertrauen und Zutrauen zu dem, der dieses Gewand trägt.

Auch der Synagogenvorsteher Jaïrus wendet sich in der Person Jesu an ein lebendiges Gegenüber. Und während seine Leute ihm wenig einfühlsam mitteilen, dass seine Tochter eben gestorben ist – Was bemühst du weiter den Meister? – hört er von Jesus selbst die Worte: Fürchte dich nicht, glaube nur!

Jaïrus hat gerade aus nächster Nähe erlebt, dass ein kranker Mensch durch die Berührung Jesu gesund geworden ist. Jetzt bittet er Jesus in sein Haus, dort, wo seine 12jährige Tochter liegt. Seine Leute sagten ihm, dass sie bereits tot sei.

Im Hause angekommen nimmt Jesus nur die Eltern und den innersten Kreis seiner Jünger mit sich, und alle gehen in den Raum, wo das Kind liegt. Jesus ergreift das Mädchen bei der Hand und sagt zu ihr: Talitha kumi – Mädchen, steh auf! Und sogleich stand das Mädchen auf.

Sie kehrt zurück in das Leben. Sie kehrt zurück in ihre Familie. Jesus vertraut das Kind aufs Neue seinen Eltern an, die für sein Leben verantwortlich sind und es erhalten sollen.

Wir alle, liebe Schwestern und Brüder, sind in dieser Weise einander anvertraut, sind für das Leben unserer Lieben an Leib und Seele verantwortlich. Das gilt immer. Und es gilt besonders jetzt in diesen schweren Zeiten!

Leben erschaffen können wir nicht, aber aufeinander achtgeben, einander zu essen und zu trinken geben, das können und sollen wir.

Leben erschaffen können wir nicht, aber das müssen wir auch gar nicht: Gott tut es und schenkt es uns. Und Nachfolge bedeutet nicht, es ihm gleichtun zu wollen, oder es besser noch an seiner Stelle und am allerbesten ohne ihn zu tun – Nein!

Nachfolge bedeutet, das Geschenk des Lebens einander zu erhalten. Da sind wir wieder bei unserem Wort aus dem Buch der Weisheit: Gott hat den Tod nicht gemacht und hat keine Freude am Untergang der Lebenden. Zum Dasein hat er alles geschaffen.

Helfen wir uns also weiterhin. Beten wir weiterhin zu unserem Gott, der keine Freude am Untergang der Lebenden hat. Seine Frohe Botschaft möge auch durch unser Leben in diese oft so dunkle Welt leuchten. Amen.

Aus dem Pfarrhaus Gefell grüße ich Sie alle herzlich.

Bitte bleiben Sie bitte alle gesund und behütet! Ihr Pfarrer Toralf Hopf

 

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